Pflege-Clowns in den Altenheimen der AWO Rheinland

Lachen ist gesund – diese alte Volksweisheit hat längst Einzug gehalten in die Medizin und Psychologie. Inzwischen gibt es sogar eine eigene Wissenschaft über die positiven Wirkungen des Lachens – die Gelotologie.

Allgemein ist unumstritten: Lachen kann chronische Schmerzen lindern, es stärkt das Immunsystem und regt den Kreislauf an. Zudem hat das Lachen direkten Einfluss auf die Ausschüttung von körpereigenen Glückshormonen, den Endorphinen und bewirkt damit auch eine Verbesserung des psychischen Zustands.

Das Umziehen und Wohnen in einer stationären Senioreneinrichtung kann für viele ältere Menschen ein großer Einschnitt in die bisherige Lebensroutine, ein drastischer Wechsel des Lebensumfeldes, Verlust von Vertrautem und Furcht oder Sorge vor dem Neuen, der Zukunft allgemein bedeuten. Hinzu kommt nicht selten der Verlust oder Rückgang körperlicher und geistiger Fähigkeiten, der zusätzlich verunsichern oder gar isolieren kann. Nicht alle Bewohner von Einrichtungen der stationären Altenhilfe können an den Angeboten der Häuser teilnehmen, sei es wegen ihrer Bettlägerigkeit, fortgeschrittener Demenz oder psychischer Probleme. Und ganz viele der Seniorinnen und Senioren wünschen sich mehr externe Besuche als sie tatsächlich erhalten.

Alles Gründe genug um zusätzlich Frohes und Heiteres in die Zimmer der Senioreneinrichtungen zu bringen und Berührungen zu schaffen. Dabei ist das Wort Berührung durchaus wortwörtlich zu verstehen, denn die Einbuße von tatsächlicher körperlicher Berührung in Respekt und liebevoller Zugeneigtheit im Alter ist ein vielbeschriebenes Phänomen.

Daher hat der AWO Bezirksberband Rheinland e.V. im Sommer 2014 das Projekt „Pflege-Clowns für stationäre Senioreneinrichtungen“ gestartet.

Das Projekt fühlt sich ausdrücklich Patch Adams verpflichtet, der als Erfinder aller Clowndoktorenprojekte gilt. Er ermutigt zu dieser Form der Ehrenamtlichkeit, weil er selbst seit vielen Jahren mit weiteren ehrenamtlichen Doktorclowns vorrangig in Osteuropa im Einsatz ist.

Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter werden in speziellen Workshops zu „Pflege-Clowns“ ausgebildet, um im improvisierten Spiel, durch Singen und Musizieren sowie durch respekt- und liebevolle persönliche Zuwendung Farbtupfer in den Alltag zu setzen. Clowns sind brilliante Versager, Scheiternde, Unvollkommene: deshalb werden sie geliebt. Dieses hilft vielen alten Menschen auch mit der eigenen Unvollkommenheit und nachlassenden Fähigkeiten verzeihender umzugehen. Das Spiel kann gleichzeitig auch Erinnerungs- und Kommunikationsfähigkeit trainieren oder auch motorische Fähigkeiten (Über-Kopf-Bewegungen) fördern.

Die Clownvisiten finden dann in den Wohngruppen oder in den Bewohnerzimmern statt, individuelle Wünsche werden wahrgenommen und respektiert.

Vorteile im Überblick:

  • Zugang zu emotionalen Ressourcen wird gefördert
  • Zugang zu kommunikativen Ressourcen wird gefördert
  • Erinnerungsvermögen wird trainiert
  • Erinnern an Kindheitserlebnisse
  • Anregung von Lebensfreude und Neugier
  • Schaffung einer fröhlichen Atmosphäre
  • Entstehen von vertrauen und Bindung
  • Wahrgenommen werden, wichtig und geliebt sein als Erfahrung des Besuchten